Gerhard Marquard► Ölbilder ► Papierbilder ► Zeichnungen Augsburger Strasse 20 86899 Landsberg am Lech info@gerhard-marquard.de Internet: www.gerhard-marquard.de Telefon: 08191 / 4 66 27 Mobil: 0177 / 62 780 21 |
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Die Presse über Gerhard MarquardGerhard Marquard braucht den Gegenstand um Malen zu können, um an ihm seine Bildidee zu entwickeln und zu erarbeiten. Über die Skizze findet er, über viele Farbexperimente hinweg, zu seinem gültigen Bild. Breite, beruhigte Farbflächen unter Einbeziehung des Lichtflusses bestimmen seine Bildauffassung. Räumlichkeit entsteht durch einfallendes Licht – Lichtschächte die er ganz bewusst setzt. In diese Architektur von Licht und Farbwände stellt er seine Figuren, lässt sie agieren wie auf einer Bühne, befiehlt ihnen Stille oder Bewegung. Die Themen zu seinen Bildern findet er in der Welt des Leistungssports, in der Mythologie, aber auch in der realen Welt der Lechlandschaft. Für Marquard ist die Malerei ein eher intellektuell gesteuerter Prozeß, der ihn über viele Stufen des Probierens und Erfahrens zum Ziel der Reise bringt -, zum fertigen Bild. Auf dem Weg dorthin löst sich Marquard häufig von der Gegenständlichkeit des Motivs. Durch ständiges Übermalen gibt er seinen Figuren eine eigene Durchsichtigkeit die sie geisterhaft mit der Bildfläche verknüpft. Seine Menschen sind verstummt, kommunizieren nur noch über gestische Körpersignale. Seine beeindruckenden Aktstudien sind Meditationen, sind ein Nachdenken über das, was in uns vorgeht, jeden Tag in jedem von uns. Burkhard Hirschhäuser, Bayerischer Rundfunk. Ereignisbilder Gerhard Marquard und das malerische Transzendieren der Materie LENA NAUMANN Die Strahlkraft von Marquards Malerei beruht nicht allein Manchmal begegnet man einer Kunst, die sich nicht in die üblichen Kategorien von Entweder-Oder einordnen lässt. So geht es dem Betrachter vor einem Bild des Münchner Künstlers Gerhard Marquard. Malt er nun abstrakt oder malt er gegenständlich? Seine Figuren sind nicht scharf begrenzt, sondern scheinen in einem abstrakten Hintergrund zu verschwinden. Auf geheimnisvolle Weise sind sie beides: gegenständlich und ungegenständlich zugleich. Und Sie haben vor allem eines: einen nahezu unglaublichen Schwung! Gerhard Marquards Bilder drücken niemals etwas Statisches aus, sondern immer eine fließende Bewegung. Nur so und nicht anders lässt sich seine Malerei verstehen: als etwas Geschehendes, Prozesshaftes, in der Bewegung sich Ereignendes. Das wird spätestens deutlich, wenn man dem Maler beim Arbeiten zuschaut. Gerhard Marquard ist das völlige Gegenteil zum Typus des still vor seiner Leinwand sitzenden Künstlers, der sein Modell ins Bild bannt. Seine Bilder entstehen nie aus einem Kaltstart heraus. Er ringt mit ihnen, nimmt unzählige Anläufe, malt Entwürfe über Entwürfe und formuliert das Thema immer und immer wieder. Er kann nicht anders, als in der Bewegung und aus der Bewegung heraus zu malen, nicht selten mit großem Körpereinsatz und schnellen Pinselschlägen. Gerhard Marquard, neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch leidenschaftlicher Fechter, kämpft mit dem Sujet, mit spitzer Klinge gegen den Widerpart der sich sperrenden Leinwand wie die Protagonisten in seinem Diptychon Das Duell. Es ist eine Art künstlerisches Kräftemessen mit der trägen Materie und ein Versuch, ihr den Moment abzuringen, in dem das darzustellende Thema getroffen ist, vollkommen getroffen ist … jene Sekunde, in der es dem Malenden gelingt, mit Pinsel und Farbe die Quintessenz des Darzustellenden zu formulieren, zu verdichten und auf den Punkt zu bringen. Was will der Maler, wenn nicht die Wirklichkeit für einen kurzen, allzu kurzen Moment festhalten, jenen Moment, der sich ohnehin auflöst, sobald er gewesen ist? Auch das ist eine Formel für das Leben und Arbeiten von Gerhard Marquard. Der 1963 in Landberg am Lech geborene Künstler entschied sich bereits mit sechzehn Jahren für den Künstlerberuf und lebt nach einem Studium der freien Malerei an der Münchner Akademie für Bildende Kunst seit 1994 als freischaffender Maler. Wie und was Gerhard Marquard malt, ist nicht verstehbar ohne eine Kenntnis des neuen Weltbildes der Physik, wie es vor allem der Heisenbergschüler und Träger des alternativen Nobelpreises, Hans-Peter Dürr formuliert hat: „In der subatomaren Quantenwelt gibt es keine Gegenstände, keine Materie, keine Substantive, also Dinge, die wir anfassen und begreifen können. Es gibt nur Bewegungen, Prozesse, Verbindungen, Informationen.“ Bereits Einstein wies darauf hin, dass Materie nur eine andere Form von Energie darstellt. Unser Gehirn tut sich schwer mit dieser Vorstellung. Es ist, laut Dürr, im Wesentlichen darauf konditioniert, „den Apfel vom Baum zu pflücken, den ich für meine Ernährung brauche. Unsere Umgangssprache ist eine Apfelpflücksprache.“ Zwar ist es praktisch für den Alltag, die Dinge handhabbar zu machen, trifft aber nicht die unserer Wirklichkeit zugrunde liegenden Ereignisse. Die Quantenphysik hingegen kennt keine physikalischen „Teilchen“. Dürr nennt jene kleinsten Einheiten „Wirks“ oder „Passierchen“, winzig kleine Prozesse, Artikulationen der Wirklichkeit, die sich ereignen und etwas auslösen. Realität ist, physikalisch gesehen, keine Welt von Dingen und Objekten, sondern eine Potentialität, eine Fülle von Kann-Möglichkeiten, sich auf jede denkbare Weise materiell-energetisch zu manifestieren. So lässt sich Materie letztlich als eine nur scheinbar statische Form von sich ereignender Energie verstehen, deren innewohnendes Fließen unser Auge lediglich nicht wahrnehmen kann. Doch weil unser Sensorium zu unscharf ist, sollten wir das scheinbar Bewegungslose nicht für fest und statisch halten. Aus diesem neuen Bild der Welt hat Gerhard Marquard eine große persönliche und künstlerische Konsequenz gezogen. In seiner Lebensgestaltung und im künstlerischen Ausdruck geht es ihm darum, sich einzulassen auf jenen fließenden Strom von Energie und auch seine Arbeit aus ihm heraus zu gestalten. Marquards Werke strahlen eine besondere Form von Dynamik aus, die man selten sieht. Z. B. beim zum Schlag ausholenden Eishockeyspieler oder den Kinder des Ikarus. Auch die aus einem rosa Hintergrund ins Licht tretende weibliche Gestalt in La vie en rose (Titelbild) scheint regelrecht aus dem Bild heraustreten zu wollen. Was immer Gerhard Marquard malt, ist lebendig und in Bewegung. Seine typischen Pinselstriche – breitflächig und streifenhaft – geben sowohl der Figur als auch dem Hintergrund jene Aura von Prozesshaftigkeit, die quantenphysikalisch unsere Wirklichkeit weit besser beschreibt als jede „fest-stellende“ künstlerische Sicht der Realität. Mit diesem Bewusstsein gehört Gerhard Marquard zu den wenigen Malern, denen es längst um mehr geht als nur um die materielle Seite der Kunst, um Farben, Formen, Materialien oder technische Darstellungsmöglichkeiten. Marquard ist geistig und faktisch ein Künstler des 21. Jahrhunderts. Er setzt die Bewusstseinshöhe seiner Kultur enorm lebendig in die Praxis um: in der Art, wie er lebt, wie er malt und was er malt. Seine Bilder schweben messerscharf an jener Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Das Figurative, Dinghafte wird – ganz im Dürr´schen Sinne – relativiert und in seiner Objekthaftigkeit in Frage gestellt durch das auflösende Moment der Abstraktion. Und das Abstrakte fließt nahtlos in die Gegenständlichkeit, um zu zeigen, dass die Dinghaftigkeit dieser Welt nichts anderes ist als eine gerinnende und zugleich sich wieder auflösende Form von Energie. Marquards Bilder geben eine Ahnung davon, dass die Kunst möglicherweise erst jetzt, erst im 21. Jahrhundert, allmählich in die Lage kommt, ein wirkliches Bild von Wirklichkeit darzustellen. Was die streng figurative Darstellung, sozusagen die „Teilchen-Kunst“, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vorherrschte, ebenso wenig vermochte wie die reine Abstraktion im 20. Jahrhundert, wird möglich durch durch die Integration der Gegensätze von formender und gleichzeitig auflösender Darstellung, von Figur und Abstraktion. In Gerhard Marquard hat sie einen Meister gefunden. Der mit dem Förderpreis der Kunst- und Kulturstiftung Landsberg ausgezeichnete Künstler wurde 2005 vom Bayerischen Rundfunk im Rahmen der Dokumentationsreihe „Atelierbesuche“ bereits einem breiteren Publikum vorgestellt. Seine Werke hängen u. a. in der Bayerischen Staatskanzlei und im Lechtalbad Kaufering. Bilder von Gerhard Marquard sind immer in der camera artis in der Geibelstrasse 6 in München zu sehen (www.camera-artis.de). Wer dort mit Gerhard Marquard oder dem Kurator, Dr. Christian Ebersperger, einen Termin vereinbart, kann sich auf ein besonderes Erlebnis freuen.Mundus, März 2008, von Lena Naumann |
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